Tee (Pflanze)
Tee (Pflanze)
Die Teepflanze ist eine Pflanze, aus deren Bestandteilen echter Tee gewonnen werden kann.
Arten
Die Teepflanzen wurden traditionell in zwei Varianten kultiviert: als Camellia sinensis (strauchwüchsiges, kleinblättriges, kälteresistentes Hochland-Gewächs) hauptsächlich in China und Darjeeling, während die erst 1830 in Assam entdeckte, baumwüchsige Camellia assamica (schnellwüchsiger, großblättriger als Cam. sin.) z.B. im übrigen Indien und in Sri Lanka dominierte. Diese beiden reinen Sorten werden weltweit immer mehr von Hybriden zurückgedrängt. Es gibt eine inzwischen als dritte Art anerkannte Züchtung, die bereits vor ca. 600 Jahren in Japan kultiviert wurde: camellia oder thea japonica.
Beim grünen Tee wird der Fermentationsprozess durch kurzzeitiges Erhitzen der Teeblätter verhindert, wobei die unterschiedlichsten Arten der Hitzeeinwirkung genutzt werden (Dampf, trockene Wärme, Eisenpfannen oder auch einfache Sonnentrocknung). Entscheidend hierbei ist, dass die Teeblätter möglichst ungebrochen den Erhitzungsprozess durchlaufen, um dem Luftsauerstoff keine Möglichkeit für eine Verbindung mit dem Zellsaft zu bieten – nur diese Verbindung bringt einen Oxidationsprozess (Fermentation) erst in Gang. Es gibt auch Grüntees, bei denen eine leichte Anfermentation erwünscht ist oder – wie z.B. bei Oolong – sogar Voraussetzung für eine besondere Geschmacksausrichtung darstellt. Die Prozesse der Trocknung, egal ob bei Schwarz- oder Grüntee, setzen sehr profunde Kenntnisse und jahrelange Erfahrung voraus, um eine Teesorte zu produzieren, die den Anforderungen gerecht wird.
Sowohl grüner als auch schwarzer Tee werden hauptsächlich in Asien, aber auch in Afrika, Amerika, Australien und sogar in Europa (auf den Azoren und der Türkei) produziert. Japan produziert laut eigener Aussage nur Grüntees, Schwarztee für den eigenen Verbrauch wird importiert. Obwohl die Teeernte in Japan fast nur maschinell erfolgt, hat die Qualität vieler japanischer Grüntees allerhöchste Güte. Dies hängt mit den sehr alten japanischen Traditionen zusammen, in denen Tee als Mittler zwischen Kunst, Philosophie und Lebensart angesehen wird (japanische Teezeremonie). Qualitätstees der Ausrichtung "grün" kommen weiterhin aus China, wobei die produzierten Mengen sehr gering sind, da ausschließlich Handarbeit im gesamten Herstellungsprozess angewendet wird. Dementsprechend sind auch die Preise für diese Kostbarkeiten, die durchaus auch als Geschenk für besondere Staatsgäste fungieren können, sehr hoch.
Geschichte
Der Tee hat ein viele jahrtausend Jahre alte Geschichte, die bis in die Antike zurück geht (vgl. Teeroute).
Seinen deutschen Namen hat der Tee aus dem Min-Dialekt der südchinesischen Stadt Xiamen, wo das Schriftzeichen 茶 te ausgesprochen wird. Die nordchinesische Aussprache ist cha und davon leitet sich das russische, arabische, türkische Wort tschai ab. Das Portugiesische benutzt sogar direkt das chinesische Wort cha.
Der Grüne Tee hat in Asien eine starke kulturelle Verankerung, auch verbunden mit religiösen Riten. Je nach Gebiet wird grüner Tee unterschiedlich zubereitet und konsumiert. Überall werden dafür aber spezielles Geschirr und andere Utensilien verwendet. Für den optimalen Geschmack ist auch die Wasserqualität sowie die Wassertemperatur (60 bis 95 °C, je nach Tee) maßgebend.
Bekannte Teeanbaugebiete, nach denen auch die dort produzierten Sorten benannt sind, sind
Darjeeling – wird als Königin der Tees bezeichnet; stammt aus Nordostindien in ca. 2.000 m Höhe, Südhänge des Himalaya – hell, fein, aromatisch
Ceylon – Sri Lanka – Allrounder, feiner, spritziger Tee mit kupferroter Tasse, ein Standardbestandteil von vielen Teemischungen (Blend)
Assam – Nordindien, Hochebene am Brahmaputra – kräftig, dunkel, malzig-würzig.
Japan – von hier kommen die feinen, edlen Senchas, die besten Grünen Tees; das etwas kühlere Klima gibt ihm seine besondere Note
Formosa – Taiwan – vor allem hochwertige Oolongs, besonders in den USA beliebt, auch Pouchong, leicht fermentierter Tee, und besonders stark geräucherte Rauchteesorten, wie etwa der Tigertee oder der Crocodile Lapsang Souchong
Yunnan – China – blumig, natürlich, ob als Grüntee, halbfermentiert oder Schwarztee
Bengalen – Bangladesch – delikat, großblättrig, ein idealer Frühstückstee.
Rize – Nordosten der Türkei, Lasische Bauern, Schwarztee, angenehm leichte Qualität
Hangzhou – China – blumig, natürlich, nur als Grüntee
Afrika – Mosambik, Kenia, Simbabwe, beste Qualität, besonders aus Kenia, Ernte das ganze Jahr
Java – Indonesien – hell und fruchtig
Sumatra – Indonesien – Ernte das ganze Jahr, guter Alltagstee
Georgien – guter Alltagstee, jedoch nicht mit dem (früher) so weltberühmten guten Russischer Tee zu verwechseln – auch Karawanentee genannt – denn dieser Tee stammte ja nicht aus Georgien!
Brasilien – Teeproduktion in japanischer Regie, vielversprechende Erfolge
Weltproduktion
Tee wächst wild in subtropischen Monsunklimaten mit feuchten, heißen Sommern und relativ trockenen, kalten Wintern. Er wird in den Subtropen und in den Tropen, dort insbesondere in Hochlagen, kultiviert. Die wichtigsten Tee-Erzeugerländer sind China, Indien, Kenia, Sri Lanka und die Türkei, die zusammen etwa drei Viertel der Weltproduktion ausmachen.
Die bedeutendsten Importländer sind Großbritannien, Russland, Pakistan, die USA und die arabischen Länder.
Nach Angaben des Deutschen Teeverbandes, in dem die meisten Unternehmen der deutschen Teehandels- und -verarbeitungsindustrie organisiert sind, lag der deutsche Jahresverbrauch an Tee 2005 bei 18.091 t. bzw. bei knapp 25,5 l Tee pro Kopf [2]. Zudem ist Deutschland ein wichtiger Standort der Teeveredelung; mehr als die Hälfte des eingeführten Tees wurde im Jahr 2005 wieder exportiert [2].
Die 10 größten Teeproduzenten 2004
(Angaben in Tonnen)
Land Produktion Export Exportanteil
China 855.192 282.643 33,05 %
Indien 850.500 174.728 20,54 %
Sri Lanka 308.090 298.909 97,02 %
Kenia 295.000 284.309 96,38 %
Türkei 201.663 5.929 2,94 %
Indonesien 164.817 98.572 59,81 %
Vietnam 108.422 99.400 91,68 %
Japan 101.000 923 0,91 %
Argentinien 64.000 67.819 105,97 %
Bangladesch 55.627 10.635 19,12 %
Welt gesamt 3.341.827
Ernte
Tee wird bis zu viermal jährlich geerntet:
first flush wird im Frühling von März bis Mitte April gepflückt und ist frisch und spritzig, geprägt von jungen Triebspitzen;
in between wird von April bis Mitte Mai geerntet. Er weist noch ein wenig von der Frische der ersten Pflückung auf, tendiert aber schon zum Second Flush;
second flush wird im Sommer von Mai bis Juni gepflückt und ist ein kräftiger aromatischer Tee mit würzigem Aroma;
danach werden die so genannten "Regentees" geerntet, die lediglich für Mischungen bzw. einfache Teesorten genutzt werden – oder auch, um die Ernte- und Verkaufsmengen stabil zu halten.
autumnal wird im Herbst im Oktober und November geerntet. Er gehört nicht mehr unbedingt zu den hochklassigen Tees, hat jedoch einen ausgeprägten, vollmundigen Charakter. Seine Weichheit verdankt er dem reduzierten Gerbstoff-Gehalt.
Diese Klassifizierungen treffen nur auf indische Tees (hierbei insbesondere das Anbaugebiet Darjeeling) zu. Andere Anbaugebiete haben je nach Lage durchgehende oder auch nur monatlich begrenzte Erntezeiten. Auch die Bezeichnungen "first flush" usw. beschränken sich hauptsächlich auf Nordindien. Der Zeitpunkt des Pflückens beeinflusst Farbe und Geschmack des Tees. Das Teepflücken ist ein Handwerk, das beträchtliche Erfahrung erfordert und meist von Frauen ausgeübt wird. Bei Spitzentees wird jeweils nur die Knospe jeden Triebes mit zwei Blättern geerntet (Als Merksatz gilt: two leaves and a bud). Dabei müssen für 0,5kg fertigen Schwarztee ca. 4kg an frischen Teeblättern gepflückt werden. Maschinelle Ernteverfahren kommen bedingt zur Erzeugung von einfachen Teesorten zum Einsatz; Ausnahme bildet hierbei die japanische Teeproduktion – hier werden auch hochwertige Tees maschinell geerntet. Das Ernte- und Produktionsverfahren ist soweit perfektioniert, dass auch geschnittene Teeblätter für Sorten wie z.B. Guyokuro verwendet werden können.
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