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Mittwoch, 7. Januar 2009
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und-ploetzlich_hgefunden auf  www.rp-online.de/

VON CORNELIA KRSAK
Beim „Kulinarischen Gelichter“ im restlos ausverkauften Bühnenhaus blieb kein Auge trocken. Horst Lichter unterhielt bestens mit Anekdoten aus dem Leben eines erfolgreichen Kochs. rp-foto: ekkehart malz


Wesel (RP) Koch-Shows sind ein Renner. Jetzt haben sie auch die Bühnenbretter erreicht. TV-Koch Horst Lichter brutzelte in seiner mobilen Küche im Bühnenhaus. Der Rheinländer hätte auch als Kabarettist Karriere machen können . . .


Koch-Shows liegen im Trend. Die Mischung aus Kochkunst und Entertainment kommt nicht nur im Fernsehen an. Horst Lichter bringt seine mobile Küche auf die Theaterbühne und plaudert im rheinischen Dialekt über Gott und die Welt, während es auf dem Herd brutzelt und dampft. Wäre Lichter kein Koch geworden, er hätte auch als Kabarettist Karriere machen können. Beim „Kulinarischen Gelichter“ im restlos ausverkauften Bühnenhaus blieb im Publikum kein Auge trocken. Die Zuschauer lachten Tränen über Anekdoten aus Lichters bewegtem Leben und erfuhren, warum er überhaupt Koch geworden ist: Natürlich lag es an den Kochkünsten seiner Mutter, die ihn verwöhnte, als er als Teenager nach einem Trampolinunfall mit gebrochenem Brustwirbel im Gipsbett liegen musste.

Küchenduft im Theater

Das angefutterte Übergewicht trainierte er sich später als Kochlehrling wieder ab: „Was ich in dieser Zeit gelernt habe, ist Physik, nämlich dass Metall fliegen kann, vor allem wenn ein Stiel dran ist.“ Beim Zwiebelschneiden flossen die Tränen in Strömen, doch die Liebe zum Kochen und Essen verlor er dadurch nicht. So wie Lichter kann nur ein echter Genießer über seine Lieblingsgerichte sprechen. Liebevoll röstete er Speck und Zwiebeln in der Pfanne und ließ Pellkartoffeln darin schmoren, bis der Duft das Bühnenhaus erfüllte.


„Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott“ heißt ein Buch, das Markus Lanz über das Rommerskirchener Original Horst Lichter verfasst hat.

Das Buch war auch im Bühnenhaus erhältlich. Nach der Show kam Lichter zum Signieren.

Damit auch wirklich jeder etwas davon mitbekam, half der Koch mit einem Ventilator nach. Von kalorienarmer Küche hält er nicht allzu viel. Mit der Messerspitze Butter und dem Spritzer Sahne nahm es Lichter bei seiner legendären Gurkencremesuppe nicht so genau. Der Koch nahm nicht nur sich selbst und seinen Hang zur deftigen Hausmannskost auf den Arm. Auch Kollege Johann Lafer, mit dem er in der Sendung „Lafer! Lichter! Lecker!“ auftritt, bekam sein Fett weg.



„Er ist der einzige Koch, den ich kenne, der aus Qualitätssicherheitsgründen die Eier selber legen würde, wenn er könnte“, lästerte Lichter und sparte auch nicht mit Kommentaren zu Lafers

jüngstem Backblech-Unfall: „Er hat versucht, Regina Halmich in den Backofen zu stecken. Das hätte ins Auge gehen können.“ Obwohl Lichter versicherte, zu den Köchen zu gehören, die nicht nur reden, sondern irgendwann auch kochen, blieb bei seinen ausschweifenden Plaudereien wenig Zeit für kulinarische Experimente. Ein Zuschauer in der ersten Reihe freute sich über eine Rübenkrautstulle.

Lichter berichtete von seinem ersten Besuch in einem Sterne-Restaurant, plädierte für die halbvegetarische Küche („Ich verwende nur Fleisch von Tieren, die sich vegetarisch ernähren“) und gab ein anschauliches Beispiel für Modesünden der 70er Jahre ab. Dann wurde das Geheimnis seines kunstvoll gezwirbelten Schnurbartes gelüftet: Früher sei er im NDR aufgetreten, als Walross. Zwei Zugaben.

 
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