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VON CORNELIA KRSAK
Beim „Kulinarischen Gelichter“ im restlos ausverkauften Bühnenhaus blieb kein Auge trocken. Horst Lichter unterhielt bestens mit Anekdoten aus dem Leben eines erfolgreichen Kochs. rp-foto: ekkehart malz
Wesel (RP) Koch-Shows sind ein Renner. Jetzt haben sie auch die Bühnenbretter erreicht. TV-Koch Horst Lichter brutzelte in seiner mobilen Küche im Bühnenhaus. Der Rheinländer hätte auch als Kabarettist Karriere machen können . . .
Koch-Shows liegen im Trend. Die Mischung aus Kochkunst und
Entertainment kommt nicht nur im Fernsehen an. Horst Lichter bringt
seine mobile Küche auf die Theaterbühne und plaudert im rheinischen
Dialekt über Gott und die Welt, während es auf dem Herd brutzelt und
dampft. Wäre Lichter kein Koch geworden, er hätte auch als Kabarettist
Karriere machen können. Beim „Kulinarischen Gelichter“ im restlos
ausverkauften Bühnenhaus blieb im Publikum kein Auge trocken. Die
Zuschauer lachten Tränen über Anekdoten aus Lichters bewegtem Leben und
erfuhren, warum er überhaupt Koch geworden ist: Natürlich lag es an den
Kochkünsten seiner Mutter, die ihn verwöhnte, als er als Teenager nach
einem Trampolinunfall mit gebrochenem Brustwirbel im Gipsbett liegen
musste.
Küchenduft im Theater
Das angefutterte Übergewicht trainierte er sich später als Kochlehrling
wieder ab: „Was ich in dieser Zeit gelernt habe, ist Physik, nämlich
dass Metall fliegen kann, vor allem wenn ein Stiel dran ist.“ Beim
Zwiebelschneiden flossen die Tränen in Strömen, doch die Liebe zum
Kochen und Essen verlor er dadurch nicht. So wie Lichter kann nur ein
echter Genießer über seine Lieblingsgerichte sprechen. Liebevoll
röstete er Speck und Zwiebeln in der Pfanne und ließ Pellkartoffeln
darin schmoren, bis der Duft das Bühnenhaus erfüllte.
„Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott“ heißt ein Buch, das
Markus Lanz über das Rommerskirchener Original Horst Lichter verfasst
hat.
Das Buch war auch im Bühnenhaus erhältlich. Nach der Show kam Lichter zum Signieren.
Damit auch wirklich jeder etwas davon mitbekam, half der Koch mit einem
Ventilator nach. Von kalorienarmer Küche hält er nicht allzu viel. Mit
der Messerspitze Butter und dem Spritzer Sahne nahm es Lichter bei
seiner legendären Gurkencremesuppe nicht so genau. Der Koch nahm nicht
nur sich selbst und seinen Hang zur deftigen Hausmannskost auf den Arm.
Auch Kollege Johann Lafer, mit dem er in der Sendung „Lafer! Lichter!
Lecker!“ auftritt, bekam sein Fett weg.
„Er ist der einzige Koch, den ich kenne, der aus
Qualitätssicherheitsgründen die Eier selber legen würde, wenn er
könnte“, lästerte Lichter und sparte auch nicht mit Kommentaren zu
Lafers
jüngstem Backblech-Unfall: „Er hat versucht, Regina Halmich in
den Backofen zu stecken. Das hätte ins Auge gehen können.“ Obwohl
Lichter versicherte, zu den Köchen zu gehören, die nicht nur reden,
sondern irgendwann auch kochen, blieb bei seinen ausschweifenden
Plaudereien wenig Zeit für kulinarische Experimente. Ein Zuschauer in
der ersten Reihe freute sich über eine Rübenkrautstulle.
Lichter berichtete von seinem ersten Besuch in einem Sterne-Restaurant,
plädierte für die halbvegetarische Küche („Ich verwende nur Fleisch von
Tieren, die sich vegetarisch ernähren“) und gab ein anschauliches
Beispiel für Modesünden der 70er Jahre ab. Dann wurde das Geheimnis
seines kunstvoll gezwirbelten Schnurbartes gelüftet: Früher sei er im
NDR aufgetreten, als Walross. Zwei Zugaben.
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